Kann ich E10 tanken?

Was ist E10?

Bioethanol ist Alkohol, der aus Weizen, Mais, Rüben oder Holzabfällen destilliert wird. Die Bundesregierung und die Europäische Union planen, wirksamen Klimaschutz zu betreiben. „Wir wollen den CO²-Ausstoß der Autoabgase senken und damit auch die knapper werdenden Erdölreserven schonen“, sagt Bundesumweltminister Norbert Röttgen. Die Beimischung von Bioethanol verringert die Abhängigkeit von Öl, das als knappe Ware aus politisch teilweise instabilen Ländern importiert wird.

Zudem verursacht die Verbrennung der Pflanzen, die in Deutschland oder Europa wachsen, weniger Treibhausgase als fossile Kraftstoffe, argumentieren die Befürworter. Die Bundesregierung fordert dazu in einem Gesetz Nachhaltigkeit: Ethanol soll „unter Einbeziehung der gesamten Hersteller- und Lieferkette eine bestimmte Mindestmenge an Treibhausgasen gegenüber fossilen Kraftstoffen einsparen“, so das Umweltbundesministerium. Und zwar 35 Prozent.

Zudem sind die Flächen, auf denen überhaupt Pflanzen für Sprit angebaut werden dürfen, definiert. Was im Tank landet und nicht auf dem Tisch, soll die Umwelt ent- und nicht belasten. Kritiker glauben jedoch nicht an die Umweltverträglichkeit und die verbesserte Kohlendioxid-Bilanz des Biokraftstoffs.

Im Gegenteil: Die Herstellung verschlinge mehr Energie, als der Kraftstoff am Ende freisetze. Zudem bestünden Gefahren wie Raubbau an der Natur durch Abholzung, Belastung der Wasserversorgung, Verlust von Anbaugebieten für Nahrung sowie Verseuchung von Böden und Gewässern durch Düngemittel und Pestizide.

Gegenüber fossilem Kraftstoff hat Bioethanol einen geringeren Energiewert, was einen Mehrverbrauch zur Folge hat. Auch darauf hat das Bundesumweltministerium eine Antwort: „Einen weitaus größeren Einfluss auf den Kraftstoffverbrauch hat das Fahrverhalten.“ Mögliche Schäden Reiner Bioethanol greift Gummi und Kunststoffe an, weil er aus Dichtungen und Schläuchen die darin enthaltenen Weichmacher löst. Die Folge: Das Material wird spröde und undicht. Derzeit wird mit bis zu fünf Prozent Ethanol eher wenig Alkohol beigemischt. Dabei gilt die Faustregel: Je höher der Anteil, umso weniger ist der Sprit für unmodifizierte, nicht auf Ethanol ausgelegte Fahrzeuge geeignet.

Welche Voraussetzungen muß ich beachten?

Voraussetzung für die Verwendung des E10-Benzins ist allerdings die Tauglichkeit des Fahrzeugs: E10 vertragen nur Fahrzeuge die darauf ausgelegt sind. Alle für E10 nicht geeigneten Fahrzeuge müssen weiterhin mit dem bereits heute mit 5% Bioethanol beigemischten Kraftstoff betankt werden.
„Im Motor können sowohl alle unbeschichteten Aluminiumteile, die mit E10-Kraftstoff in Kontakt kommen, als auch kraftstoffführende Teile wie Leitungen, Pumpen, Dichtungen und Einspritzventile betroffen sein“, urteilt Hans-Walter Kaumanns vom Verband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe. Mit höherem Verschleiß ist auch an Ventilsitzringen zu rechnen. Bioethanol hat eine korrosive Wirkung. In vielen neueren Fahrzeugen sind deshalb kraftstoffführende Teile mit Teflon beschichtet.

Kann ich mit meinem Motorrad E10 fahren?

Hier kostenfreier Download der Broschüre zur E10-Verträglichkeit von Kraftfahrzeugen: