Welches Öl ist richtig?

DIE 3 KRITISCHEN BEREICHE IHRES MOTORS SCHÜTZEN

Im Gegensatz zu Automotoren haben 4T-Motorradmotoren ein sehr kompaktes Ölsystem, in dem Motor-, Kupplungs- und Getriebebereiche kombiniert sind und dasselbe Öl verwenden. Bei einem Automotor sind die drei Bereiche getrennt und Motor und Getriebe verwenden spezielle Öle. Das ideale 4T-Motorradöl muss die sehr unterschiedlichen Anforderungen aller drei Bereiche des Motorrads erfüllen: Motor, Kupplung und Getriebe.

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Wechselnde Umgebungen

Europa ist einer der anspruchsvollsten Motorradmärkte weltweit: Europäische Fahrer fordern Leistung, Qualität und Vielseitigkeit von ihren Maschinen. Die Betriebsbedingungen variieren von fast wüstenhafter Hitze im Süden bis zu subarktischer Kälte im hohen Norden, von flachen Küstenregionen bis zu hohen Bergpässen, vom Stop-and-Go-Verkehr in der Stadt bis zu weiten, offenen Landstraßen und Autobahnen. Geräuschentwicklung, Gasemissionen, Kundenanforderungen und Sicherheit sind nur einige Punkte, die Einfluss auf die Motorradentwicklung hatten. Immer häufiger werden die großen kräftigen Maschinen von 4-Takt-Motoren angetrieben, wohingegen sich die Zweitakter auf kleine Roller, Offroad- und Rennmaschinen beschränken. Die heutigen hochpräzisen Hochleistungs-4-Takt-Motorradmotoren stellen das Motorenöl vor große Herausforderungen.

Motorradmotoren erzeugen eine große Leistung für Ihr Gewicht. Das Geheimnis liegt zum Teil in den hohen
Motordrehzahlen: Ein Lastwagenmotor hat seine Spitzenleistung bei etwa 2500 U/min und ein PKW-Motor
bei etwa 6000 U/min. Moderne 4-Takt-Motorradmotoren können auf bis zu
15000 U/min oder mehr aufdrehen.

Das zirkulierende Öl unterliegt einer extremen thermischen Belastung, weil es die Hitze von Komponenten ableiten muss, die wenig Masse haben aber hohe Leistung erbringen. Hohe Kolbengeschwindigkeiten und Ausgangsleistungen erzeugen sehr hohe Temperaturen – und die Hitze kann nicht abgeleitet werden. Das Öl spielt bei der Kühlung eine entscheidende Rolle – deshalb sind Öle mit außergewöhnlich hoher thermischer Stabilität gefordert. Aber das Schmiermittel muss auch noch viele andere Herausforderungen meistern:

  • Öl von schlechter Qualität kann verdampfen, was zu einem hohen Ölverbrauch führt – und zu einem schlechteren Schutz.
  • Kompakte Mehrzylinder-Mehrventil-Motoren nutzen komplexe Ölkreisläufe mit engen Ölgängen – das Öl muss also flüssig genug sein, um unter allen Bedingungen weiterzufließen.
  • An den Kolben und Ringen können sich Ablagerungen bilden – das Öl muss diese sauber halten. Und gleichzeitig muss das Öl die Verbrennungsnebenprodukte und Metallabrieb in die Ölwanne und die Filter transportieren.

Verglichen mit LKW- oder PKW-Motoren sind Motorradmotoren viel kleiner und leichter. Die meisten 4-Takt-Motorradmotoren und die Schmiersysteme sind miteinander verbunden, so dass alle diese Bereiche auf dasselbe Öl angewiesen sind: ein Öl für drei unterschiedliche und doch gleich wichtige Aufgaben – den Schutz von Motor, Getriebe und Kupplung.